Chile ist eines der Wein-Länder der Zukunft. Ausgestattet mit alter Weinbautradition, war es nur eine Frage der Zeit, wann eine fruchtbare Kombination dieser Tradition mit moderner Technologie und neuem Qualitätsanspruch zu Weinen führen würde, die die Welt aufhorchen lassen. Bis heute hat es in Chile keine Reblausplage gegeben, und für viele Winzer, auch aus Europa, ist das Land mit dem Traumklima und den wurzelechten Rebstöcken das Paradies schlechthin. Vielleicht fühlten sich deshalb so viele europäische und amerikanische Weinkoryphäen zu Chile hingezogen und berufen, den Aufbau des modernen Weinbaus mitzugestalten. Paul Draper, heute legendärer Herr über Ridge Vineyards in Kalifornien, baute schon in den frühen 60er Jahren die ersten modernen Kellereien dort auf, die Familie Rothschild von Chateau Lafite bewirtschaftet seit den 80er Jahren das alte Weingut Los Vascos In den 90er Jahren hat die Entwicklung in Chile nochmals neuen Schub erhalten. Paul Pontallier, Direktor von Chateau Margaux, und Bruno Prats, früher Besitzer der Chateaux Cos d’Estournel und Petit Village, entschlossen sich 1992, am Rande Santiagos im Gebiet Maipo Valley einen Weinberg anzulegen, am Fuße der Anden, wo der Weinbau in Chile im letzten Jahrhundert seinen Ausgang genommen hatte. Aufgrund der wuchernden Urbanisation ist das Weingut heute eine Insel mitten im Stadtgebiet, der Situation von Chateau Haut-Brion in Bordeaux nicht unähnlich. Mit „Lazuli“ gibt es nun auch hier einen Grand Vin, einen reinen Cabernet Sauvignon, der Konzentration mit Finesse vereint.