Frankreich

Die kulinarische "Grande Nation". Ob französische Küche oder französischer Wein, Frankreich ist und bleibt weltweit das Vorbild für die kulinarischen Wünsche vieler Menschen. Für die meisten bedeutet französischer Wein gleich Bordeaux-Wein. Sicherlich ist Bordeaux im weitesten Sinne das Aushängeschild für Wein aus Frankreich, doch Frankreich hat deutlich mehr zu bieten. Ob im Süden das Languedoc, die Provence und das Rhônetal, deren Weine durch das größtenteils mediterrane Klima mit viel Sonne verwöhnt werden, oder an den Flüssen Frankreichs, der Loire und Saône, deren Weine einen so vielfältigen Charakter aufweisen und von fruchtig, leicht und frisch bis schwer, tanninreich und herb alles zu bieten haben, was das Herz begehrt. Ergänzt wird die Wein Vielfalt mit dem Burgund und der Champagne. Beeinflusst vom kontinentalen Klima Frankreichs entstehen dort schlankere Weine mit eigener Eleganz und Finesse. Am französischen Qualitätsniveau, der Ursprungsbezeichnung und deren Schutz nimmt sich fast die komplette Weinwelt ein Beispiel. Das AOC-System, welches die einzelnen Lagen (Terroir) beurteilt und einstuft, legt zugrunde, dass, ob im sehr guten Jahr oder weniger guten Weinjahren, die Weine aus den besseren Lagen immer deutlich hochwertiger sind. In einigen Regionen, wie z.B. im Saint-Emillon, werden die Klassifikationen von Zeit zu Zeit an die aktuelle Situation angepasst. Der mitunter größte Unterschied ist zwischen dem Burgund und Bordeaux zu sehen. Bordeaux, genauer gesagt, das Bordelais, ist in 37 AC-Gebiete unterteilt. Einem deutschen Vorurteil zum Trotz ist die offizielle Qualitätsbezeichnung nicht ganz so einfach wie gedacht. In den einzelnen AOC-Regionen gibt es einige feine Unterschiede.

 

Eine Jahreszahl, die allgegenwärtig ist, ist das Jahr 1855. Diese Jahreszahl steht auf Weinetiketten, deren Weine aus dem Médoc, Graves, Sauternes und Barsac kommen. Unterteilt wurden die Lagen damals in fünf Klassen, von Premier Cru bis Cinquième Cru. Die weiteren, heute sehr bekannten Appellationen Pomerol und Saint-Emilion wurden erst deutlich später berücksichtigt. Die Gebiete Bourg und Blaye rechts der Gironde fallen unter AC Bordeaux.
Der für den Kunden wohl eindeutigste Unterschied zwischen den beiden Anbaugebieten Bordeaux und dem Burgund liegt in der Weinstilistik. Ein Burgunder, ob weiß aus Chardonnay oder rot aus Pinot Noir, ist immer reinsortig. Weine aus Bordeaux sind hingegen fast immer Cuvées, ausgenommen die Weine aus dem Pomerol. Dort werden mitunter reine Merlots abgefüllt.
Im Bordelais sind die Klassifizierungen wie z.B. Grand Cru Classé dem Château zugeschrieben. Das Burgund teilt man ebenfalls in Grand Cru usw. ein, bezeichnet damit aber die Lage oder Appellation.
Der Ursprung beider Gebiete könnte kaum verschiedener sein. Der Weinbau im Burgund ging aus den Klöstern der Benediktiner und Zisterzienser hervor. Lagen wurden von ihnen bestimmt und Anbaumethoden verbessert und schriftlich festgehalten. Der Weinbau in Bordeaux ging aus dem Handel der bereits bestehenden Hafenstadt Bordeaux hervor. Die ersten Château- Besitzer waren Adlige und später auch Händler,  die den Weinbau von Bauern ausführen ließen, den Wein dann aber selber abfüllten.
Durch die günstige Lage des Hafens wurde lange vor der Klassifizierung von 1855 Handel mit England, Spanien und Portugal betrieben. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde eine neue Klasse etabliert - die Cru Bourgeois entstanden.
Der Wein als Exportgut hat Frankreich von je her Geld und Prestige eingebracht. In den bedeutendsten Anbaugebieten spielten die Händler (Négociants) eine wichtige Rolle.
Sehr deutlich spiegelt sich der Einfluss der Händler auch in der Champagne wider. Heute können Kunden kaum erkennen, ob ein Champagner nun von einen Winzer, Händler oder einer Genossenschaft stammt. Es ist einzig an der Betriebsnummer zu erkennen, die sehr klein am Etikettenrand steht und vor der Nummer den Hinweis auf den Abfüller liefert. Am stärksten verbreitet ist Champagner mit NM (négociant-manipulant), also ein Handelshaus das Trauben kauft und den eigenen Champagner damit herstellt. CM, cooperative-manipulant, steht für die Genossenschaft, RM (recoltant-manipulant) ist der Champangerwinzer selbst. Seltener zu finden ist eine Champagnermarke, bezeichnet mit MA (marque-auxillaire).

Weniger Einfluss übten die Händler auf den Weinbau an der Rhône aus. Weit abgelegen südlich des Burgunds reichte in den frühen Jahrhunderten ihre Verbreitung kaum über das Burgund hinaus. Belegt mit Zöllen im Burgund, wurde lange Zeit verhindert, dass die Weine des Rhônetals bis nach Paris oder noch weiter nördlich in den Handel kamen. Die Appellation Côte-du-Rhône erstreckt sich entlang der Rhône von Vienne über 200 km bis Avignon. Die nördliche Rhône mit einem Anteil von gerade einmal 5 % der erzeugten Weinmenge ist dem Syrah beim Rotwein und Viognier, Marsanne und Roussanne beim Weißwein vorbehalten. Die südliche Rhône unterscheidet sich sehr stark vom Norden. Nicht nur die Landschaft ist deutlich milder und mediterraner, die Rebsorten werden hier auch vielfältiger. Neben Syrah wird Grenache, Carignan, Cinsault, Mourvèdre (rot) und Grenache blanc, Clairette und Bourboulenc (weiß) angebaut. Am bekanntesten aus dem südlichen Rhônetal sind die Weine von der Appellation Châteauneuf-du-Pape. Die Namensgebung „neues Schloss des Papstes“ stammt aus der Verlegung des päpstlichen Hofstaats nach Avignon im 14. Jahrhundert. Ein Chateauneuf-du-Pape besteht aus einer Cuvée von bis zu 13 weißen und roten Rebsorten, er ist oft sehr herb und man könnte fast sagen „maskulin“. Entlang der Loire, dem zweiten bedeutenden Fluss in Frankreich, erstreckt sich das verzweigte Weinbaugebiet mit einer Länge von ca. 1.000 km von Montbrison in Zentralfrankreich in einer langgezogenen Nordschleife Richtung Atlantik Küste bei Nantes. Die größte Aufmerksamkeit mit seinen Weißweinen aus der Appellation Sancerre bekommt der gleichnamige Wein. Gekeltert wird dieser fruchtige, elegante Wein aus Sauvignon Blanc. In seiner besten Form zeigt er in seiner Jugend feine grasig-pikante Noten. Mit etwas Reife kommen Holunderblüten, aber auch Litschi hinzu. Neben dem Burgund ist die Loire eines der Gebiete für Crémant aus Frankreich. Auf fast dem gleichen Breitengrad wie der Hauptteil der Loire ist weiter im Osten das Chablis mit seiner Zugehörigkeit zum Burgund zu finden. Durch die nördliche Lage ist es auch im Chablis sehr wichtig, Weine zu wählen, die aus den Grand-Cru- oder Premier-Cru-Lagen stammen. Der einfache Chablis AC wird bis in die Ebene von Chablis und Auxerre angebaut und erreicht nicht immer seine physiologische Reife. Im Idealfall zeigt ein klassischer Chablis eine feine, dezente Frucht und mineralische Noten, die ähnlich einem Sauvignon Blanc vom Silexboden der Loire-Appellation "Pouilly Fumé" an Feuerstein erinnern. Durch seine Struktur und sein Säuregerüst ist er auch zur längeren Lagerung geeignet.
 

Unsere französischen Weine bei ALPINA

Champagne .:. Loire AC .:. Elsass AOC .:. Côte de Beaune AC .:. Maconnais AC .:. Côte de Nuits AC .:. Chablis AC .:. Medoc AC .:. Pauillac AC .:. Margaux AOC .:. Pessac Leognan AC  .:. Sauternes AC .:. Barsac AC .:. Saint-Estephe AC .:. Saint-Emilion AC .:. Pomerol AC .:. Fronsac AC .:. Côtes de Castillon AC .:. Côtes de Francs AC .:. Lalande de Pomerol AC .:. Moulis AC .:. Saint-Etienne du Gres .:. Côtes du Rhône AC .:. Südfrankreich .:. Cognac AOC .:. Armagnac AOC