Spanien

Spanien – der unbekannte Riese.

Auf der Suche nach Wissenswertem über Spanien kann man in Fachbüchern bis in die Zeit um Kolumbus und noch weiter bis zu den Phöniziern um 1100 v. Chr. zurückgehen. Das die Phönizier schon weit vor Kolumbus den Atlantik überquert haben ist wahrscheinlich durchweg bekannt, doch soweit muss man nicht zurückschauen.

Um die Gegenwart und die Situation im spanischen Weinbau Heutzutage zu verstehen, beschränken wir uns lieber auf die Fakten der letzten Jahrzehnte. Der Weinbau Spaniens hat mit seinen circa 1.180.000 ha Rebfläche die weltweit die größte Ausdehnung - im Vergleich zu Italien (rund 840.000 ha) oder Frankreich (rund 890.000 ha) eine gigantische Summe.

Die bekanntesten der 78 Gebiete sind Rioja, Ribera del Duero, Navarra, Somontano, Priorat und Penedes. Für spanische Winzer gelten deutlich andere Vorzeichen als für deren Berufskollegen im restlichen Europa. Der geringen Niederschläge wegen werden pro Hektar deutlich weniger Reben angebaut und somit der Ertrag auf teilweise 20 hl/ha begrenzt, und dass bei einer Pflanzdichte von ca. 1200 bis 1600 Reben/ha. Nur der Norden Spaniens kann ein wenig mit dem Weinanbau wie in Italien oder Frankreich verglichen werden. In Rioja werden ca. 50 hl/ha Ertrag erreicht.
Die Reberziehung erfolgt zumeist auch an Drahtrahmen, wie es in Europa weit verbreitet ist. Mit dem Beitritt Spaniens in die EU erfolgte eine Angleichung der Weingesetze. Zum Nachteil Spaniens ist seit dieser Zeit ein künstliches Bewässern der Weingärten nicht mehr möglich. Nur vereinzelt werden im Versuchsweinbau Genehmigungen erteilt, um mit Hilfe intelligenter Tropfbewässerung selbst in kargen Zonen hervorragende Weine produzieren zu können. Durch diese Art der Bewässerung gedeihen die Weingärten deutlich besser als die Vegetation im nahen Umland. Wegen der Trockenheit müssen kaum Fungizide in Spanien ausgebracht werden.
 

In den letzten 80 Jahren hat sich Spanien durchweg gewandelt. Führende Weinbaubetriebe, ob nun Winzer oder Genossenschaft, haben ihre Kellertechnik auf den neuesten Stand gebracht und können in Edelstahl ausgebaute Weine, bei temperaturgesteuerter Gärung, fruchtig, fehlerfrei und mit erfrischender Art in den Handel bringen.  Gerade die Weissweine konnten sich in den letzten Jahren dank der Temperaturkontrolle stark verbessern.

Über Frankreich fand in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts das Barrique Fass seinen Weg nach Spanien. Verwendet wird aber in den meisten Fällen amerikanisches Eichenholz. Der Einsatz von Barrique, der sich in den 1990er Jahren leider zu übertrieben in Aromen nach Vanille und Karamell ausdrückte, erzielt neuerdings in Verbindung mit Tempranillo und mehr Fingerspitzengefühl des Kellermeisters beste Ergebnisse. Der Weinausbau im „Barrica“ wird je nach Reifezeit in Crianza, Riserva und Gran Riserva eingeteilt. In diesem Zusammenhang gelten in den Anbaugebieten Spaniens verschiedene Ausbauzeiten verbunden mit einer mehrjährigen Flaschenreife.
So wie Adrian Ferran und seine Kollegen die heimische und internationale Küche revolutionierten, gibt es auch im Weinbau Spaniens Ausnahme-Erscheinungen, die auf der ganzen Welt bekannt sind. Schwer zu finden, und extrem teuer sind die Weine der Bodega Vega Sicilia. Auch sehr beachtenswert, die Weine der Bodegas Matador, die unter der Leitung von Telmo Rodriguez jedes Jahr einen singulären Wein erzeugt, dessen Etikett von einen großen zeitgenössischen Künstler entworfen werden. Des Deutschen liebste Insel Mallorca ist Heimat der Bodegas Anima Negra, erst 1994 gegründet, kann sich der Wein bestehend aus den autochthonen Rebsorten Callet, Mantonegro und Fogoneu, die aufwendigst aus einem Labyrinth von über hundert Parzellen mit alten Rebstöcken gewonnen werden, mit den besten Weinen Europas messen.

Höchst eigenwillig in Verarbeitung und Geschmack ist der Sherry aus Südwestspanien - aus Andalusien. Die alkoholverstärkten Weine rund um Jerez stammen teilweise aus 100 Jahre alten Solera Systemen und werden in verschiedene Klassen eingeteilt. Geschmacklich reichen Sherrys  vom blass-gelben, trockenen Fino bis zu tief-schwarzen, öligen Kreszenzen mit teils konzentrierter Süsse, wie Oloroso oder Pedro Ximenez. Entgegen der landläufigen Meinung ist Sherry nicht nur ein Aperitif oder Digestif sondern gerade der Fino und Amontillado eignen sich wunderbar als Speisenbegleiter. Spanien ist ein Weinbauland, von dem man noch einiges hören wird, da es sich in nahezu jeder Weinstilistik zuhause fühlt und ein grosses Potential für hervorragende Weine mitbringt.

 

Unsere spanischen Weine bei ALPINA

Bodegas Anima Negra .:. Herencia del Padri .:. Bodegas Matador .:. Telmo Rodriguez .:.
Wein aus Spanien