ALPINA Grappa

ALPINA Empfehlung Grappa

ITALIEN o.J.

Grappa Rossj-Bass

Azienda Agricola Angelo Gaja, Barbaresco, Piemont
Spirituose, enthält Sulfite, Alkohol: 42% Vol.
42,00 € / Flasche 83,99 € / Liter

Weitere Empfehlungen

ITALIEN 1997 Sassicaia DOC
Tenuta San Guido, Bolgheri, Toskana
Wein, rot, trocken, enthält Sulfite, Alkohol: 13% Vol.
348,00 € / Flasche 464,00 € / Liter
FRANKREICH o.J. Champagne Rosé Brut
Champagne Pascal Doquet, Vertus,
Schaumwein, rose, trocken, enthält Sulfite, Alkohol: 12,5 % Vol.
35,90 € / Flasche 47,87 € / Liter


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Grappa

Der italienische Tresterbrand begann seinen Siegeszug in den frühen 60er Jahren des letzten Jahrhunderts und kam mit den deutschen Touristen in Richtung Norden. Vormalige Destillate wie Cognac und Armagnac wurden dabei stark verdrängt. Letztlich wurde die einstige Resteverwertung der Bauern aus Norditalien perfektioniert und durch schonendere Methoden der Destillation ersetzt. So wurde aus dem scharfen, wenig aromatischen Brand ein zugänglicher, mitunter fruchtiger Grappa, der nicht nur Hartgesottenen schmeckten sollte. Die ausnahmslose Verwendung von Trester für die Herstellung ist obligatorisch. Nur Grappa UE, dessen Grundwein aus Trauben gewonnen wird, stellt eine Ausnahme dieser Regel dar.

Die Kunst bei der Grappa-Herstellung liegt in der schonen Destillation. Da der Trester seinen wertvollen Most schon abgegeben hat und nun eine eher feuchte Masse ist, darf das Erhitzen nur sehr vorsichtig geschehen. Gerade die im Trester befindlichen Stilgerüste und Kerne der Trauben enthalten die höheren Alkohole, welche wiederum für so manchen Kater nach einer ausschweifenden Nacht verantwortlich sein können.

Wichtig wie bei allen Destillaten ist das zweimalige Brennen. Dies geschieht äusserst schonend im Destillierhelm, dem sogenannten Alambic. Anders als wie etwa der Cognac ist der Grappa nicht auf ein einziges Gebiet und eine einzelne Rebsorte beschränkt. Sehr beliebt ist Grappa aus aromatischen Rebsorten wie Gewürztraminer, Moscato, Sauvignon und Chardonnay. Ursprünglich beheimatet ist er in Norditalien, dem Piemont, Friaul, Veneto, Trentino und der Lombardei.
Mit der steigenden Weinqualität der letzten Jahrzehnte konnten sich auch die Grappe entsprechend verbessern. Gerade die bekannten Winzer aus Nord- und Süditalien lassen unter dem Namen des eigenen Weines oft auch einen Grappa produzieren, der von sehr hoher Qualität ist.
 
 
Die Grappa-Herstellung

Als der Grappa noch in ärmlichen Verhältnissen gebrannt wurde, fehlte das Wissen und vor allem auch Zeit und Geduld, um aus dem Trester, der kaum mehr als 5 %Vol erreichte, einen Grappa mit einem Gehalt von mindestens 38 %vol Alkohol zu gewinnen. Damals wurde die Brennblase noch direkt mit Feuer beheizt, was zur Folge hatte, dass nicht nur der vergorene Alkohol in den Kolben verdampfte, sondern auch der gesamte Trester aufgekocht und aus dem Stilgerüst und den Traubenkernen die giftigen, höheren Alkohole destilliert wurden.

Heute wird natürlich selbst bei den einfachen Destillaten eine indirekte Erhitzung durchgeführt, im Idealfall computergesteuert und temperaturüberwacht. Während die industrielle Produktion mit einer kontinuierlichen Destillation arbeitet, bei welcher der Brennvorgang praktisch kein Ende hat, wird in den kleinen Betrieben das Handwerk der diskontinuierlichen Brennmethode angewendet.
Dabei muss nach jedem Brennvorgang die Brennblase, der Kolben und alle wichtigen Teile gereinigt werden. Unterscheiden muss man in diesem Zusammenhang den Rohbrand, also den ersten Brand und den Feinbrand, der nach herabsetzen durch weiches Quellwasser einen Alkoholgehalt zwischen 38 und 45 %Vol (gesetzlich sind bis zu 60 %Vol erlaubt) erreichen soll. Die Aufteilung der einzelnen Phasen während der Kondensation des Destillats ist bei der Qualitätserzeugung enorm wichtig. Unterschieden wird zwischen Vorlauf, Herzstück und Nachlauf.
Vor- und Nachlauf müssen abgetrennt werden und können wegen der geringen Qualität durch Fuselöle und höhere Alkohole nicht zur weiteren Destillation verwendet werden.

Aus dem Herzstück des Rohbrands wird der Feinbrand erzeugt. Auch hier wird wieder im gleichen Stil getrennt. Beim Brennmeister ist nun alle Handwerkskunst gefragt, um das Herzstück in bester Qualität herauszutrennen. Der so gewonnene, stark alkoholische Feinbrand weist nach dem zweiten brennen einen Alkoholgehalt von ca. 68 bis 70 %Vol auf. Der klare Grappa kann nun durch weitere Lagerung im Eichenfass oder Glasballon reifen. Weniger bekannt sind aromatisierte Grappe, welche mit Kräutern oder Beeren mazeriert werden. Vor dem Abfüllen in die Flasche wird der endgültige Alkoholgehalt bestimmt, wobei der Grappa auf Trinkstärke herabgesetzt wird.