Toskana
Liebe Weinfreundinnen und Weinfreunde,
gereift in der Stille unseres Kellers und behutsam zurückgehalten für den richtigen Augenblick. Nach einem Jahrzehnt öffnen wir die Türen zu einem besonderen Schatz: einem limitierten 6er-Exklusivpaket aus dem legendären Toskana-Jahrgang 2016, einem Jahr, das schon heute als Jahrhundertjahrgang gefeiert wird.
Wir im ALPINA WEIN Team hatten bereits die Gelegenheit, diese Weine zu verkosten und waren restlos begeistert. Schon heute zeigen sie sich außergewöhnlich zugänglich, mit beeindruckender Balance und Tiefe. Gleichzeitig spürt man ihr enormes Reifepotenzial, das ihnen über viele Jahre hinweg zusätzliche Komplexität und Größe verleihen wird.
Dieses exklusive Paket vereint einige der größten Ikonen der Toskana: San Giusto a Rentennano Percarlo, Masseto, Lodovico, Sassicaia, Ornellaia und Monteverro. Jeder dieser Weine steht für sich und gemeinsam erzählen sie die Geschichte eines Jahrgangs, der schon heute als legendär gilt. Der Masseto mit 100 Punkten Robert Parker krönt dieses Ensemble und unterstreicht die Einzigartigkeit dieser Zusammenstellung.
Ein Paket für Sammler, Kenner und alle, die das Außergewöhnliche suchen.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr ALPINA WEIN Team
10 Years after - Toskana Paket Jahrgang 2016
Das Paket beinhaltet jeweils 1 Flasche:
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2016 San Giusto Percalo - 98+ Punkte Robert Parker
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2016 Masseto - 100 Punkte Robert Parker
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2016 Lodovico - 99 Punkte Robert Parker
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2016 Sassicaia - 98 Punkte Robert Parker
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2016 Ornellaia - 98 Punkte Robert Parker
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2016 Monteverro - 96 Punkte Robert Parker
3.124,00 €
pro Paket (4,5 L), 694,22 €/L
inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten (kostenloser Versand für das Paket)

Was die Toskana definiert
Wer heute über die Besonderheiten der Weinregion Toskana spricht, beginnt fast zwangsläufig beim Sangiovese und seinen zahlreichen Spielarten. Mit rund 40.000 von insgesamt etwa 62.000 Hektar Rebfläche nimmt diese Rebsorte rund 60 bis 65 % der gesamten Anpflanzungen ein. In vielen Weingütern im Chianti Classico, in Montalcino oder bei Erzeugern des Vino Nobile di Montepulcianoliegt ihr Anteil sogar bei nahezu 100 %.
Bemerkenswert ist allerdings, dass sich der Sangiovese erst vergleichsweise spät als dominierende Rebsorte durchgesetzt hat. Zwar ist er seit Jahrhunderten in der Region präsent, doch erst seit dem 19. Jahrhundert und vor allem im Zuge der Qualitätsbewegung des späten 20. Jahrhunderts wurde er zum unangefochtenen Mittelpunkt des toskanischen Weinbaus.
Gleichzeitig wäre es verkürzt, den heutigen Rang der Toskana allein auf den Sangiovese zurückzuführen. Einen wesentlichen Beitrag zur internationalen Reputation leistete die Entwicklung eines neuen Weinstils, der ab den 1970er-Jahren vor allem in Bolgheri entstand. Dort verband man französische, insbesondere Bordelaiser Rebsorten mit einem ebenso Bordeaux-geprägten Ausbau – ein Ansatz, der den Blick auf die Region grundlegend veränderte.
Auch wenn weltweit zunehmend Weißwein und Rosé getrunken wird, bleibt die Toskana ein Rotweinland. Weiße Rebsorten nehmen mit einem Anteil von rund 15 bis 18 % weiterhin eine vergleichsweise untergeordnete Rolle ein.
Historische Entwicklung
Sanfte Hügel, von Zypressen gesäumte Wege und historische Städte bilden eine Kulturlandschaft, in der Weinbau seit Jahrtausenden verankert ist. Zwischen Apennin und Tyrrhenischem Meer entstehen Weine, die von Tradition ebenso geprägt sind wie von ständiger Erneuerung.
Die Wurzeln des Weinbaus reichen bis in die Zeit der Etrusker zurück, die bereits systematisch Reben kultivierten und mit Wein handelten. Die Römer entwickelten diese Tradition weiter und machten Wein zu einem wichtigen Wirtschaftsgut der Region – und des gesamten Reiches. Im Mittelalter waren es vor allem Klöster und Adelsfamilien, die den Weinbau pflegten und strukturierten. Ihre eigentliche Blüte erlebte die Region jedoch in der Renaissance.
Zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert gehörte die Toskana zu den kulturell und wirtschaftlich bedeutendsten Regionen Europas. Städte wie Florenz, Siena und Pisa entwickelten sich zu Zentren von Kunst, Handel und Finanzwesen. Einflussreiche Familien wie die Medici prägten diese Epoche ebenso wie die großen Kaufmannsdynastien. Politische Rivalitäten zwischen den Stadtstaaten blieben zwar bestehen, doch insgesamt erlebte die Region eine Phase wirtschaftlicher Expansion und kultureller Blüte, die auch die Landwirtschaft nachhaltig beeinflusste.
Große Landgüter im Besitz von Adelsfamilien, Klöstern und wohlhabenden Kaufleuten bestimmten die Produktion. Wein spielte sowohl im Alltag als auch im Handel eine wichtige Rolle. Besonders in den Hügelzonen zwischen Florenz und Siena entstanden Weine, die bereits überregional geschätzt wurden. Zu den Familien, die in dieser Zeit mit dem Weinbau begannen, gehören bis heute bedeutende Namen wie Antinori, Frescobaldi, Mazzei und Ricasoli.
Im 19. Jahrhundert formulierte der Politiker und Agrarwissenschaftler Bettino Ricasoli erstmals eine stilistische Grundlage für den Chianti, in der dem Sangiovese eine tragende Rolle zukam. Diese „Chianti-Formel“ markiert einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur heutigen Dominanz der Rebsorte.
Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein blieb der Weinbau der Toskana jedoch stark von bäuerlichen Strukturen geprägt. Erst in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts setzte ein grundlegender Wandel ein. Verbesserte Arbeit im Weinberg, strengere Herkunftsregelungen und ein wachsendes Qualitätsbewusstsein führten zu einer Renaissance der Region. Eine Schlüsselrolle spielte dabei Marchese Piero Antinori gemeinsam mit seinem Önologen Giacomo Tachis.
Als Piero Antinori 1968 die Leitung des Familienunternehmens übernahm, stand dieses vor einem Neubeginn. Ein verheerendes Hochwasser des Arno hatte zwei Jahre zuvor die Weinkeller überflutet und große Teile des Bestandes zerstört. Die Krise nutzte Antinori für einen umfassenden Neuanfang. Mit Unterstützung des Bordelaiser Önologieprofessors Émile Peynaud etablierte er moderne Qualitätsstandards und begann, neue Wege zu gehen.
Gemeinsam mit Tachis und Nicolò Incisa della Rocchetta überzeugte er Mario Incisa della Rocchetta, den bis dahin nur privat erzeugten "Sassicaia" aus Bolgheri in größerem Umfang zu vermarkten. Parallel dazu entstand auf der Tenuta Tignanello ein Sangiovese, der erstmals konsequent im Barrique ausgebaut wurde. Mit dem 1971er "Tignanello" und dem 1968er "Sassicaia" war ein neuer Weintyp geboren, der später unter dem Begriff "Super Tuscan" weltweite Bekanntheit erlangte.
Diese Weine trugen maßgeblich dazu bei, den italienischen Weinbau international neu zu positionieren. Kurz darauf setzte Lodovico Antinori diese Entwicklung in Bolgheri fort. Mit der Gründung der Tenuta dell’Ornellaia, die neben dem gleichnamigen Wein später auch den Masseto hervorbrachte, sowie dem Lodovico der Tenuta del Nicchio entstanden weitere Ikonen, die den Ruf der Region festigten.
Die wichtigsten Anbaugebiete
Klimatisch bewegt sich die Toskana zwischen kontinentalen Einflüssen im Landesinneren und maritimen Effekten entlang der Küste. Warme Tage fördern Reife und Struktur, kühle Nächte bewahren Frische und aromatische Präzision. Diese Balance prägt den klassischen Stil der Region: kraftvoll, aber selten schwer, strukturiert und zugleich auf Trinkfluss ausgelegt.
Die Toskana verfügt über 11 DOCG- und 41 DOC-Gebiete sowie mehrere IGT-Zonen. Trotz dieser Vielfalt bleibt der Sangiovese in vielen Teilen der Region stilbildend. Kalk- und tonhaltige Böden, Galestro- und Alberese-Gestein sowie Höhenlagen zwischen 150 und 600 Metern sorgen für eine große Bandbreite an Ausdrucksformen.
Chianti
Das Chianti bildet das historische Zentrum der Toskana zwischen Florenz und Siena und umfasst rund 13.000 Hektar. Mindestens 70 % Sangiovese sind vorgeschrieben, in der Praxis meist deutlich mehr. Neben traditionellen Sorten wie Canaiolo oder Colorino sind auch internationale Rebsorten zugelassen. Die Stilistik reicht vom zugänglichen Rosso bis zur lagerfähigen Riserva. Subzonen wie Rufina oder Colli Senesi unterstreichen die Vielfalt des Gebietes. Bis heute gibt es zudem den "Chianti Governo", einen Chianti im Appassimento-Stil.
Chianti Classico
Das Chianti Classico bildet das Herzstück der Region. Die klar abgegrenzte DOCG umfasst gut 5.000 Hektar. Mit Rosso, Riserva und Gran Selezione zeigt sich hier eine deutlich differenzierte Qualitätspyramide. Der Anteil von Sangiovese liegt bei mindestens 80 %, häufig deutlich darüber. Die Einführung der Unità Geografiche Aggiuntive hat den Fokus zusätzlich auf Herkunft und Mikroterroir gelenkt. Zu diesen Subzonen gehören Lamole, Castellina, Gaiole, Greve, Panzano, Radda, San Casciano und Donato sowie ab 2027 Montefioralle und Vagliagli. Die Sangiovese-basierten Weine stehen für Frische, Struktur und einen klaren Herkunftscharakter vor allem von Galestro- und Alberese-Gestein. In diesem Teil der Toskana hat die Familie Mazzei Fonterutoli ihren Stammsitz. Dazu gibt es so berühmte Weingüter wie das Castello dei Rampolla, San Giusto a Rentennano oder Villa Vignamaggio.
Montalcino
Südlich von Siena liegt Montalcino, Heimat des Brunello di Montalcino. Im 19. Jahrhundert selektierte das Weingut Biondi-Santi einen besonders geeigneten Sangiovese-Klon, der als "Brunello" bekannt wurde. Aus ihm entstehen kraftvolle, langlebige Weine mit großem Reifepotenzial. Der Brunello gehört zu den strukturiertesten und langlebigsten Rotweinen Italiens, während der Rosso di Montalcino eine früh zugängliche Alternative bietet. Der klassische Brunello wird lange (früher mindestens 42 Monate, heute mindestens 24 Monate) in großen Fässern, so genannten Botti aus slawonischer Eiche ausgebaut. Der Rosso wird ebenfalls zu 100 % aus dem Sangiovese-Klon Brunello erzeugt, darf jedoch auch im Edelstahl ausgebaut werden. "Brunello di Montalcino Riserva" wie die der Conti Costanti reifen mindestens fünf Jahre.
Montepulciano
Der "Vino Nobile di Montepulciano" zählt zu den ältesten dokumentierten Qualitätsweinen Italiens und wurde schon am Hof der Päpste während der Renaissance getrunken. Die lokale Sangiovese-Variante Prugnolo Gentile bildet seine Basis. Die Weine zeigen meist eine weichere Textur als Brunello oder Chianti Classico, verbinden jedoch Eleganz mit bemerkenswerter Tiefe und Lagerfähigkeit. Erzeuger wie die Tenuta di Valdipiatta haben dafür gekämpft, dass der "Vino Nobile di Montepulciano" wieder zur Klassik zurückkehrt, nachdem zwischenzeitlich auch kleinere Anteile französischer Sorten erlaubt waren.
Morellino di Scansano
Morellino di Scansano liegt bereits in der Maremma und stellt die südlichste DOCG für Sangiovese dar. Die Weine zeigen eine zugängliche, fruchtbetonte Stilistik mit mediterraner Würze. Das warme, vom Meer beeinflusste Klima sorgt für weiche Tannine und frühe Trinkreife.
Bolgheri und die Maremma
Ebenfalls zur Maremma gezählt wird der Ort Bolgheri, der durch "Supertuscans" wie den "Sassicaia" der Tenuta San Guido, oder den "Ornellaia" und den "Masseto" der Tenuta dell’Ornellaia bekannt geworden ist. Dieses Prädikat verdient haben sich auch der "Lodovico" von der Tenuta del Nicchio in Bibbona oder der "Camarcanda" von Gaja Distribuzione in Castagneto Carducci. Noch bis 1994 wurden die Weine nur als Tafelweine deklariert, weil sie mit ihren französischen Rebsorten und dem Ausbau im Barrique nicht als typisch italienisch anerkannt wurden. Diese Weine, meist aus Cabernet Sauvignon, Merlot, manchmal Syrah und immer öfter aus Cabernet Franc, haben in nicht unerheblichem Maße den italienischen Weinbau gerettet. Zudem gehören manche von ihnen zu den größten Weinen der Weinwelt. Der maritime Einfluss sorgt für Frische, während warme Tage für Reife und Dichte stehen. Neben Bolgheri sind auch die Colline Metallifere und beispielsweise die südliche Maremma bei Capalbio, wo das Weingut Monteverro seinen Sitz hat, bemerkenswerte Weinregionen.
Weitere Appellationen
Neben den großen Rotweinregionen spielen auch Vernaccia di San Gimignano als traditionsreicher Weißwein sowie der Vin Santo eine wichtige Rolle. Letzterer gehört zu den klassischen Süßweinen Italiens und wird aus getrockneten Trauben erzeugt.
Bolgheri und Alpina
Die Geschichte des modernen toskanischen Weins, wie er sich seit den frühen 1970er-Jahren entwickelt hat, ist auch eng mit der Geschichte von Burkard Bovensiepen, dem Gründer von Alpina, verbunden. Als Ingenieur, erfolgreicher BMW-Tuner und späterer Automobilhersteller war er als leidenschaftlicher Fahrer und Teilnehmer an Autorennen in den 1960er- und 1970er-Jahren häufig in Italien unterwegs. Als passionierter Weinkenner nahm er die Veränderungen der frühen 70er direkt wahr.
Aus der Begegnung mit Familien wie den Antinori und Incisa della Rocchetta entwickelte sich ein persönliches Interesse an den damals noch wenig bekannten Spitzenweinen aus Bolgheri. Bovensiepen begann, diese Weine zunächst für den eigenen Keller zu erwerben, erkannte jedoch früh ihr außergewöhnliches Potenzial. Aus dieser persönlichen Leidenschaft entstand schrittweise ein Weinhandel, der sich auf einige der bedeutendsten Gewächse der Region konzentrierte.
Alpina wurde so zum ersten und bis heute eng verbundenen Importeur von Weinen der Tenuta San Guido sowie später von Tenuta del Nicchio und gehörte auch zu den frühen internationalen Partnern von Ornellaia und Masseto. Aus anfänglich privaten Käufen entwickelte sich ein Handel mit bemerkenswerter Jahrgangstiefe und Kontinuität, der die Entwicklung dieser Weine über Jahrzehnte hinweg begleitet.
Fazit
Die Toskana vereint historische Tiefe, landschaftliche Schönheit und stilistische Vielfalt in einzigartiger Weise. Wer diese Region bereist, verfällt ihrem Charme beinahe zwangsläufig. Toskanische Weine erzählen von Landschaft, Kultur und Handwerk – und zugleich von Exzellenz, Noblesse und einer beeindruckenden Eigenständigkeit. Sie gehören zu den großen klassischen Weinen Europas und bleiben doch stets in Bewegung.









